Alant
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 Foto: Wikipedia
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Inula helenium L.
(Syn. Aster helenium Aster officinalis, Corvisartia helenium Helenium grandiflorum)
Familie: Asteracaea / Korbblütengewächse Untergruppe: Asternähnliche Ordnung: Asternartige Vorkommen: ursprünglich Zentralasien, heute auch Europa und Nordamerika
Volkstümliche Namen: Helenenkraut, Odinskopf, Lungenwurz, Großer Heinrich, Glockenwurz, Schlangenwurz, Brustalant, Darmwurz, Glockenwurzel, Oldwurzel, Altheewurzel u.a. |
Hinweise
Hohes Allergierisiko
Kontaktallergien
Größere Mengen können zu Erbrechen, Krämpfen und Durchfall führen!

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Beschreibung: Der Alant ist ein recht schmuckes Heilkraut, dass aufgrund seiner inzwischen recht selten gewordenen Wildwuchszahl gerne im Garten ein Plätzchen findet. Er hat einen buschigen, aufrechten Wuchs von bis zu 2 m. Die Blätter sind länglich elliptisch, leicht gezähnt, grün mit einer grüngrau behaarten Unterseite.
Der Stengel ist dick, gefurcht und grün und ebenfalls behaart. Er enthält ein weißes schwammiges Mark. Der Wurzelstock ist knollig verdickt, braun und aromatisch - sein weißes essbares Fleisch erinnert im Geschmack leicht an Bananen, während die getrocknete Wurzel veilchenähnlich riecht. Auf den verzweigten Stielen sitzen große gelbe Blütenköpfe mit dünnen, leicht franselig wirkenden Blütenblättern.
Informationen für den Anbau
Lebensform: mehrjährig / winterhart / Staude Blütezeit: Juni bis September Erntezeit: März bis Oktober Ernte: Blätter im Frühjahr, Blüten im Sommer; Wurzeln im Herbst oder Frühjahr (ab 2. oder 3. Jahr) Konservierung: Wurzeln in Scheiben schneiden und trocknen Standort: sonnig bis halbschattig, nährstoffreiche und humusreiche Böden Pflegeanspruch: mit Kompost düngen, im Herbst mulchen, braucht viel Platz, Rückschnitt im Spätsommer Vermehrung: Direktsat im Frühjahr oder Teilung im Herbst
Sonstige Pflanzen-Infos: Pflanzung im Abstand von 1 m oder ausdünnen nach der Saat. Alant braucht evtl. eine Beeteinfassung, da er sonst wuchert. Für Innenhaltung ungeeignet. |
 Abb. Köhlers Medicinalpflanzen
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In Naturheilkunde / Volksheilkunde
Helenii rhizoma (alte Bezeichnung: Rhizoma Helenii; Syn.: Radix Inulae, Radix Helenii,u.a. ) Alantwurzel
Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Inulin, Harze, Wachse, Pektine
In der Volksheilkunde vorrangig als Tee oder Extrakt bei Erkältungskrankheiten oder für wundheilende Umschläge verwendet, findet die Droge des weiteren Verwendung bei Menstruationsbeschwerden und Infektionen der Harnwege. Auch die Nutzung als Stärkungsmittel und Verdauungsförderer ist überliefert.
Oleum Helenii Alantöl
Früher wurde Alantöl wegen seiner antiseptischen Eigenschaften bei Infektionen der Blase und Harnröhre, chronischem Durchfall, chronischem Husten und mitunter sogar als Wurmmittel eingesetzt. Aufgrund des hohen Allergiepotentials jedoch heute nicht mehr empfehlenswert.
Für Kosmetik & Pflege
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In der Küche
Der leicht bitter-scharfe Geschmack fand vor allem in der Küche des Antiken Roms Anklang. Der Feinschmecker Apicius benennt Alant als eines der wichtigsten Gewürze der römischen Küche, „auf dass es beim Würzen an nichts fehle“.
Die Wurzel und die Blätter können als Gemüse gekocht werden; die Wurzel auch getrocknet gegessen werden - oder auf römische Art: Kandiert. Ebenso können die Blüten als Garnierung genutzt werden.
Für Dekorationen
Als einfache Zierpflanze ist der Alant schon recht schmuck, die Blüten können frisch als Speisengarnitur, getrocknet als Farbgeber in Potpourries genutzt werden. Die getrocknete Wurzel verströmt ausserdem geräuchert (auf Räucherkohle) einen angenehmen Duft.
Überlieferungen / Aberglaube
Der lateinische Name soll auf Helena von Troja zurückzuführen sein. Verschiedene Sagen bringen den Alant mit der entführten Schönen in Verbindung - mal soll sie Alant gepflückt haben, als sie entführt wurde, mal soll die Pflanze an der Stelle gewachsen sein, wo sie Tränen vergoss.
Der Alant gehört zu den sogenannten "Weihebuschpflanzen". Der Weihebusch wurde an Maria Himmelfahrt, dem 15. August zur Kräuterweihe gebracht und sollte besonders heilsam sein. Auch besondere Schutzeigenschaften sagte man diesesn Kräutern (unter anderem neben Alant: Johanniskraut, Wermut, Beifuss, Rainfarn, Schafgarbe u.a.): Krankes Vieh bekam von den geweihten Kräutern ins Futter gemischt, um schneller zu genesen. Mancherorts warf man auch bei Gewitter einige der Kräuter ins offene Feuer um vor Blitzeinschlägen geschützt zu sein.
Auch gegen Dämonen hatte der Alant Zauberkraft und konnte als Amulett um den Hals getragen nicht nur vor Behexungen schützen, sondern sogar die Pest vertreiben. Im Mittelalter hielt man Alant für ein Allheilmittel und so finden sich Überlieferungen von Salben aus Alant und Schweineschmalz, die bei Krätze, Ekzemen und Geschwüren helfen sollten. Des weiteren verkaufte man kandierte Wurzeln - angeblich gegen Asthma, Verdauungsstörungen und Mundgeruch.
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