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Bärlapp


Foto: Wikipedia

Lycopodium clavatum L.

Keulenbärlapp

Familie: Lycopodiaceae / Bärlappgewächse
Ordnung: Bärlappartige
Vorkommen: Europa, gemäßigte und kalte Zonen Asiens

Volkstümliche Namen:
Erdmoos, Gürtelkraut, Hexenkraut, Moosfarn, Schlangenkraut, Wolfsklaue u.a.

Hinweise 

Nutzung wird
wegen der Erkenntnisse
über die toxischen
Nebenwirkungen
des Bärlapp
nicht mehr empfohlen.

 Giftig!!!

 Steht auf der Roten Liste
gefährdeter Arten!
!

Beschreibung:
Bärlapp ist eine ausdauernde, aber auch giftige Pflanze, die nur bis zu 30 cm Höhe erlangt, jedoch eine Länge von 0,5 bis 4 Meter erreichen kann (Bodenkriecher). Die Blätter sind nadelförmig und besictzen auf der Spitze ein wenige Milimeter langes Haar.

Die Sporenstände sind in gelben Ähren angeordnet und sind von Juli bis August reif. Im Gegensatz zu dem Kraut, sind von den Sporen keinerlei toxische Wirkungsweisen bekannt.

Lebensform: mehrjährig, winterhart
Blütezeit: -
Erntezeit: -
Ernte: Kraut im Mai und Juni -
Vorsicht, Giftig!!!
Konservierung: trocknen
Standort: Wildpflanze - steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten
Pflegeanspruch: -
Vermehrung:  -

Sonstige Pflanz-Infos:
Der Bärlapp muss ca. 10 bis 12 Jahre alt werden, bevor sie die "Geschlechtsreife" erreicht. Die ausgestoßenen Sporen wiederum brauchen ihrereseits 6 bis 7 Jahre zum vorkeimen, um sich dann mit anderen Keimzellen zu vereinigen.Erst der daraus entstehende Keim wird zu einer neuen Pflanze - "Generationenwechsel".


Abb. Biolib.de

Verwendungsmöglichkeiten

In Naturheilkunde / Volksheilkunde

Lycopodii herba (alte Bez.: Herba Lycopodii)
Syn.: Herba Musci clavati, Herba Musci terrestris
Bärlappkraut

Inhaltsstoffe: Alkaloide, Triterpene, Fett, Sterole, Phenolcarbonsäuren, Azelainsäure, Flavonoide u.a.

Bärlapp war lange Zeit ein geschätztes Mittel der Volksheilkunde bei Nieren- und Blasenleiden, Erkrankungen der Harn- und Geschlechtsorgane, Menstruationsbeschwerden, Rheuma sowie äußerlich bei Hautleiden und Ekzemen. Auch Maria Treben empfahl in Ihrer Gottesapotheke den Bärlapp fast schon als Wundermittel.

Dennoch ist man nach dem heutigen Stand der Wissenschaft von der Verwendung des Bärlappkrautes abgekommen, da die toxischen Nebenwirkungen des Krautes und der Inhaltsstoffe in keiner Relation zum Nutzen stehen.

Lycopodium (Syn. Farina Lycopodii, Sulfur vegetabile)
Bärlappsporen

Die Sporen des Bärlapps wurden vorwiegend bei Nieren- und Blasenleiden, Durchfällen, Koliken und Rheumatismus eingesetzt. Auch die Nutzung als Wundpuder in der Babypflege ist überliefert. Heute werden die Sporen bei der nach Herstellung von Kondomen und Einmalhandschuhen eingesetzt (beispielsweise Innenseite der Handschuhe).

Für Kosmetik & Pflege

Bärlappsporen finden in der Kosmetik ihr "Aufgabengebiet" in Trockenshampoos und Gesichtspuder.

In der Küche

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Für Dekorationen

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Überlieferungen / Aberglaube

Im Kräuterbuch des Hieronymus Bock von 1539 wird die Pflanze bereits als Heilmittel "Beerlap" beschrieben. Lange Zeit in der Volksheilkunde geschätzt war sie in jeder mittelalterlichen Apotheke als Wundpuder und zur Pillenfertigung vorhanden.

Auch im Aberglauben findet man interessante Überlieferungen zum Bärlapp: So sollen Bärlappkränze über der Türe jede Hexe beim Eintreten stillestehen lassen, Bärlappsporen im Schuh oder im Bett Gliederkrämpfe vorbeugen und Gerichtsprozesse werden ebenfalls im Sinne des Bärlapp-Trägers ausfallen. Allerdings hat er auch die Eigenschaft Blitze anzuziehen (Blitzpuder, Hexenpuder), und in der Tat haben die Sporen die Eigenschaft, an Feuer mit einer kräftig ausschlagen Flamme zu verpuffen. Heute wie damals wird diese Eigenschaft in der Pyrotechnik für Showeffekte genutzt.

Der lateinische Name fußt auf dem wolfstatzenähnlichen Aussehen der Pflanze - lycos für Wolf und podion für Füßchen legt zeitgleich den volkstümlichen Namen Wolfstatze oder Wolfsklaue nahe.

Des weiteren finden sich Bärlappsporen in dem Pulver, das in der Kriminalistik für das Sichtbarmachen von Fingerabdrücken genutzt wird (zusammen mit Carmin).