Brennnessel
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 Fotos: Wikipedia
 Detail Brennhaare
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Urticae dioica L.
Syn. Urtica major, Urtica urens maxima
Große Brennessel
Familie: Urticeae / Brennesselgewächse Unterklasse: Rosenähnliche Ordnung: Rosenartige Vorkommen: Weltweit, außer auf den Balearen, Kreta sowie in den Tropen Afrikas u. Südamerikas bzw. den Polarregionen
Volkstümliche Namen: Donnernessel, Große Nessel, Nesselkraut, Scharfnessel, Tausendnessel, Haarnessel, Eselskraut u.a. |
Hinweise
Brennhaare hinterlassen bei Berührung ameisensäure-ähnliche Stoffe, die kleine Quaddeln auf der Haut hinterlassen. Nicht gefährlich, aber unangenehm; kann mit Spitzwegerich gelindert werden

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Beschreibung: Aufgrund ihres unscheinbaren Äußeren und der unangenehmen Kontaktnebenwirkungen ist die Brennessel eine oft verkannte Pflanze.
Die aufrecht wachsende, buschige Brennessel wird bis zu 150 cm hoch, die blätter sind länglich bis eiförmig und grob gesägt. An dem vierkantigen Stengeln befinden sich im oberen Bereich grünliche Blütenrispen in den Blattachseln. Die Blätter und Stengel sind mit Brennhaaren versehen, die bei Berührung einen Ameisensäure ähnlichen Stoff abgeben, der zu kleinen Quaddeln auf der Haut führt.
Lebensform: mehrjährig, winterhart / Staude Blütezeit: Juli - September Erntezeit: Mai - August Ernte: junge Blätter, das ganze Kraut bei Bedarf (im Frühjahr besonders zart), Samen August bis Oktober Konservierung: trocknen Standort: sonnig bis halbschattig, humus- und stickstoffreiche Böden Pflegeanspruch: anspruchslos Vermehrung: Teilung
Sonstige Pflanz-Infos: Absud kann auch als Dünger genutzt und für die Schädlingsabwehr eingesetzt werden. Die Kleine Brennessel (Urtica urens) ist in der Nutzung fast gleich.
Die Brennessel ist eine optimale Futterpflanze für Raupen und vergrößert somit den Lebensraum für Schmetterlinge in ihrem Garten. |
 Abb. Biolib.de
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In Naturheilkunde / Volksheilkunde
Urticae folium (alte Bez.: Folia Urticae) Syn.: Herba Urticae, Urticae herba Brennesselblätter (-kraut)
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Mineralstoffe, Vitamine, Histamine, Flavonoide, organische Säuren, ätherisches Öl u.a.
Der Brennessel wird unterstützende Wirkung im Bereich der Rheumabehandlungen nachgesagt, auch erhöhen die Wirkstoffe die Durchspülung der Harnwege (harntreibend). Daher wird sie in der Volksheilkunde auch für Entschlackungskuren genutzt. Des weiteren wird sie bei Arthritis, Gicht, Rheuma, Diabetes, Hämorrhagien sowie bei der Wundbehandlung von Fisteln und Furunkeln genannt (Wundbehandlung äußerlich).
Urticae Fructus (alte Bez.: Fructus Urticae) Syn.: Semen Urticae, Urticae semen Brennesselfrüchte
Inhaltsstoffe: Fettes Öl mit hohem Anteil an Linolsäure u.a., Tocopherol, Schleimstoffe, Carotinoide, Lutein, Violaxanthin u.a.
In der Volksheilkunde werden den Brennesselfrüchten Leistungssteigernde Fähigkeiten nachgesagt sowie äußerlich bei Hautleiden und Rheuma.
Urticae radix (alte Bez.: Radix Urticae) Syn.: Rhizoma Urticae Brennesselwurzel
Inhaltsstoffe: Steroide, Scopoletin, Mineralien, Lectine u.a.
In der Nutzung finden sich hier fast die gleichen Anwendungsgebiete wie bei dem Kraut.
Für Kosmetik & Pflege
Die Kosmetikindustrie nutzt die Eigenschaften der Brennessel bei fettiger Kopfhaut und Schuppen und stellt hiermit Kopfwasser her.
In der Küche
Als Salat kann die Brennessel ebenso dienen wie als Spinat, einfach ebenso anrichten, z.B. als Lasange oder in der Suppe... Jedoch sollte das Kraut stets gut durchgehäckselt werden, um sicherzustellen, dass die Brennhaare nicht den Gaumen "pieksen".
Für Dekorationen
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Überlieferungen / Aberglaube
Die alten Griechen kannten die Brennessel bereits, sie nannten sie Akalypte. Dioskures erwähnt sie in der bis heute genutzten Wirkung als harntreibendes Mittel. In den Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts findet man Quellen als Heilpflanze bei Wassersucht.
Im Mittelalter war man sich jedoch auch sicher, dass die Brennessel mit ihren Brennhaaren allerlei Unheil fernhalte - so z.B. Blitz, Hagel, Hexen und Dämonen. Optimal war daher das Ausräuchern von Haus und Hof mit Brennessel zur Sonnenwende angesehen. Doch auch der Nutzen als Rohstoff für Nesselstoff (ähnlich wie Lein zu verarbeiten) für die Herstellung von Tauen, Schnüren und Netzen war sicherlich ebenso einGrund, warum der Brennessel früher mehr Achtung entgegengebracht wurde, wie ihre Nutzung als Färberpflanze.
Der Name Urtica ist recht leicht vom lateinischen urere (="brennen") abzuleiten. Ebenso findet man im mittelhochdeutschen Sprachgebrauch den Begriff nezzel, der auf die Verwendung der Bastfasern der Pflanze schließen läßt.
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